Aalen - eine Stadt mit weit zurückreichender Historie.

 

Limesturm bei Rainau - Dalkingen

 

Ursprünglich geprägt durch die Anwesenheit der Römer entlang des Schutzwalls Limes tritt um das Jahr 1136 das Dorf Aalen (Alon) erstmals in Erscheinung. 1241 beziehungsweise 1246 vollziehen vermutlich die Staufer die Stadtgründung und im Jahr 1360 erfolgt die Ernennung zur freien Reichsstadt. 1803 endet die Reichsfreiheit, Aalen wird württembergische Oberamtsstadt. 1947 wird Aalen Große Kreisstadt, in den Jahren 1970 bis 1975 werden die Gemeinden Waldhausen, Ebnat, Dewangen, Fachsenfeld, Unterkochen und Wasseralfingen/Hofen im Rahmen der baden-württembergischen Gemeinedegebietsreform eingegliedert. Aalen wird zur Flächenstadt.

 

Aalen - die Schubart-Stadt

Christian Friedrich Daniel Schubart (1739 - 1791)

 

Christian Friedrich Daniel Schubart, bekannt als überschwänglicher Literat, Journalist und Komponist, verlebte seine Jugendjahre in der freien Reichsstadt Aalen. Sein Lebenswerk war die Herausgabe der Deutschen Chronik, einer zweimal wöchentlich erscheinenden Zeitung voller literatischer, kultureller und tagespolitischer Berichte aus aller Welt.

 

 

1777 ließ Herzog Carl Eugen von Württemberg den freiheitlichen Dichter verhaften. Ohne offizielle Anklageschrift oder Verurteilung wurde Schubart für zehn Jahre auf dem Hohenasperg eingekerkert. Nach seiner Entlassung lebte er noch vier Jahre lang als Hof- und Theatraldichter in Stuttgart und gab erneut die "Chronik" heraus.

 

Ihm zu Ehren steht eine Büste am Aalener Bahnhof.

 

Der Aalener Spion

 

Als Aalen noch zu den freien Reichsstädten zählte, war der Kaiser über die Stadt sehr erzürnt, weil sie es gewagt hatte, sich ihm zu widersetzen. Sein Heer war schon bis Schwäbisch Gmünd vorgerückt. Doch ein mutiger Aalener Bürger bot dem Kaiser seine Stirn und erklärte: "Ich bin der Spion von Aalen." Über so viel Offenheit war der Kaiser zunächst verblüfft. Er führte ihn durch sein Lager und beschenkte ihn reichlich und teilte den Aalenern in einem Brief mit, dass er mit solch tapferen und klugen Leuten gern in Frieden leben wolle. Darüber waren in Aalen alle froh und der mutige Bürger wurde fortan "Aalener Spion" genannt und hoch geachtet.

 

 

 

 

Ein historisches Gebäude am Aalener Marktplatz ist das sogenannte Alte Rathaus, von dessen Türmchen aus der "Aalener Spion", das Wahrzeichen der Stadt, das geschäftige Treiben in den Straßen beobachtet. Der Spionenkopf ist ein Geschenk der befreundeten ehemaligen Freien Reichsstag Nürnberg nach der schweren Brandkatastrophe im Jahre 1634.